Wissenswertes

 

Reliefbau im Schweizer Fernsehen

Aeschbacher taucht ein in eine Wunderwelt und bringt Verblüffendes zum Vorschein.

Er kann wahrhaftig Berge versetzen. In einer Scheune im Thurgau lässt der ehemalige Werkzeugmacher mit viel Geduld, Ausdauer und Genauigkeit aus Sperrholz ganze Bergketten als Stufenreliefs wachsen. Zu seinen Werken gehören das Alpsteingebiet oder Eiger, Mönch und Jungfrau. Stufe um Stufe baut der Pensionär Landschaftsmodelle, auf denen Strassen, Flüsse, Häuser und Flurnamen eingezeichnet sind. Eine Feinarbeit, die der 73-Jährige oft nur mit der Lupe machen kann. In einem einzigen Relief stecken bis zu 1000 Stunden Arbeit.

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Und in der "Ostschweiz am Sonntag" kam dann auch noch ein Bericht über meinen Auftritt im Schweizer Fernsehen

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Arena der Höhenkurven

Unendlich viel Geduld und eine ruhige Hand – das braucht Ernst Schefer für sein Kunsthandwerk. Der Thurgauer erweckt gewöhnliche Landkarten zu plastischen Erlebniswelten.

Artikel in der Landliebe: Text Christine Zwygart, Fotos Roland Tänner

Lesen Sie hier den ganzen Artikel: Download/Land-Liebe.pdf

Herausgeputzt.
Der Kanton Thurgau ist das fünfzigste Stufenrelief, das Ernst
Schefer erschaffen hat. 1700 Stunden Arbeit stecken in diesem Werk.

Anlässlich einer Vernissage habe ich mit einem Vortrag den Besuchern mein Hobby nähergebracht.
Lesen Sie hier eine gekürzte Fassung dieses Vortrages:

Eine schöne Jugendzeit mit viel Freiheit habe ich erlebt. Nach der Sekundarschule habe ich den Beruf als Werkzeugmacher erlernt.

 

Schon früh stand bei mir immer wieder der Sport im Vordergrund, Fussball, Eishockey und Radfahren. Mein Vater hätte gerne einen Musiker aus mir gemacht. Leider war ich nicht so musikalisch, habe es aber doch versucht und das mit einer Klarinette.

 

Mittlerweilen wohne ich seit 25 Jahren mit meiner Partnerin in Amriswil. In einer lebendigen Stadt, Pentorama, Einkaufszentrum, Marktplatz, Eisarena und natürlich das Ortsmuseum. Wie John F. Kennedy zitierte ich bin ein Berliner, so kann ich heute sagen ich bin ein Amriswiler.

 

Nun wie bin ich zu meinem Hobby überhaupt gekommen. In der Schule war Geografie mein Lieblingsfach. Manchmal liegen Glücksfälle oder Zufälle nahe beieinander. Vor ca. 17 Jahren hat alles einen Anfang genommen. Damals war ich Präsident des Velo-Club Romanshorn. Wir führten das Seerückenbrevet mit grösseren und kleinen Radtouren durch den Kanton Thurgau mit bis zu 1000 Teilnehmern. Das hat mich inspiriert ein Gipsrelief zu kreieren. So konnten die Teilnehmer sehen wo es rauf und runter ging. Viele Personen waren begeistert  und sprachen mir Mut zu weiter zu machen.

 

Der erste Arbeitsort war die Tiefgarage danach wurde die Waschküche in ein Hobbyraum umgestellt. Durch einen Zeitungsbericht von mir habe ich einen Reliefbauer in Pension kennen gelernt. Daraus ist eine grosse Freundschaft entstanden und mein Stil hat sich auch geändert. Herr L.- hat mich überzeugt Stufenreliefs aus Holz anzufertigen. Was ich aus heutiger Sicht als richtig empfinde. Von Herr L. konnte ich viele Unterlagen und die Dekupiersäge übernehmen. Anstatt Gips war nun Holz mein Material was auch meine Partnerin freute. Die Ära Holzrelief war eingeläutet mit dem Sujet von Amriswil dachte ich was für ein Werk ich da gemacht habe.

 

Weitere kleinere Reliefs folgten und so wird man manchmal so richtig süchtig sich weiter zu entwickeln. Schon bald habe ich gemerkt dass mein Beruf als Werkzeugmacher mir sehr entgegen kam. Genauigkeit, Ausdauer und ein gutes Vorstellungsvermögen ist gefragt. So entschloss ich mich den Alpstein in Angriff zu nehmen, keine leichte Aufgabe.9 Reliefs mussten zusammengesetzt werden 1 m x 1,40 m. Für mich ist das auch heute noch ein Aushängeschild. Immer wieder kam der Gedanke einen grösseren Raum zu suchen. Der Wunsch war ja auch einmal meine Unikate der Öffentlichkeit zugänglich  zu machen. Nach längerer Suche bin ich in Biessenhofen fündig geworden. Hampi Dünner war sehr spontan und unkompliziert und erklärte mir die Scheune  wo früher Hühnerstallung war umzubauen  und mir einen Raum einzurichten. Mäsi Eisenring der Chübelimurer aus Amriswil hat innert kürze mein Atelier hingezaubert.

 

Am 01.09.2007 konnte ich einziehen. Nun habe ich eine Werkstatt und einen Ausstellungsraum. Ein grosser Traum ist in Erfüllung gegangen. Nachher ging es Schlag auf Schlag. Schon nach einem halben Jahr am 24.05.2008 war Tag der offenen Tür. Ich wusste gar nicht was da auf mich zukommen würde. Ein riesengrosses Interesse war festzustellen. Mit einer kleinen Festwirtschaft konnten sich die Besucher noch gegenseitig die Eindrücke austauschen. Mein Herz schlug einiges höher als ich die ersten Aufträge entgegen nehmen durfte. Durch das grosse entgegenkommen der Firma Stüdli Plast in Romanshorn, konnte  ich kürzer treten sonst wäre ja alles gar nicht möglich gewesen. Bereits im Sept.2009 unter dem Motto Vernissage in der Scheune konnte ich die 2.Ausstellung eröffnen mit über 150m. mein Bedürfnis war natürlich mein Vater einzubinden mit dem goldenen Löwen und dem Schloss Hagenwil. Wiederum konnte ich die begeisterten Besucher persönlich herzlich willkommen heissen.

 

Im Dez.2009 konnte ich dann in Pension gehen. Nun konnte ich mich ganz meinem speziellen  Hobby widmen. Noch bis heute bin ich eigentlich jeden Tag im Atelier anzutreffen, wo jederzeit ein Besuch möglich ist. Im Frühling 2011 habe ich an der Ostschweizer Fünfstern Ausstellung  teilgenommen wo über 290 Künstler und Künstlerinnen  ihre Türen öffneten. Während dieser Ausstellung war ich gerade beim Aufbau von Andermatt. Die Besucher konnten sich ein Bild machen wie so ein Relief entsteht. Der Anlass war ein grosser Erfolg. In diesem Jahr sind noch einige grössere Sujet entstanden Eiger, Mönch + Jungfrau, St.Moritz und das ausgestellte Andermatt. Es ist aber nicht so dass ich nur noch grössere Reliefs baue, die kleinen faszinieren mich ebenso. Wenn ich so ein Fazit ziehen müsste habe ich festgestellt dass mein Vater und ich viel Gemeinsamkeiten haben, sei es die Genauigkeit die Geduld, Ausgeglichenheit und die Freude an der Materie.

 

In einem Kurzdurchlauf möchte ich Euch einige Highlights erwähnen. An der Tour de Suisse  1999 durfte ich an der Pressekonferenz ein Relief vorstellen und konnte so alle Rad-Profis kennenlernen. Auch konnte ich an der Gewerbeausstellung in Kreuzlingen teilnehmen. Der Kanton Appenzell war Gastkanton und so konnte ich das Alpsteinrelief präsentieren. Dasselbe Relief war auch schon auf dem Säntis ausgestellt und anschliessend ein Jahr auf der Ebenalp.Und so gab es immer mal wieder einen neuen Auftrag, so konnte ich auch für das Rest. Seealpsee einen Auftrag entgegen nehmen. Ein weiteres Relief konnte ich an der Tour de Suisse im Jahre 2005 In Weinfelden beim Zeitfahren vorstellen. Ein weiterer Höhepunkt war eine eigene Homepage wo mich mein Freund aus Romanshorn immer wieder mit professionellen Fotos überrascht.

 

In der 4-jährigen Zeit im Atelier konnte ich zwei Studenten bei der Maturarbeit unterstützen. Ein Werk von dieser Zeit das Matterhorn steht im Ausstellungsraum und ist käuflich zu erwerben. Auch konnte ich eine Einladung  für das Alpin Museum in Bern entgegen nehmen wo meine Arbeit  vom Kurator persönlich mit Bravour beurteilt wurde. In all den Jahren konnte ich viele wunderbare Menschen kennen lernen das mit Geld nicht aufgewertet werden kann. So habe ich auch in den letzten Tagen etwas Besonderes erlebt. Ein Sekundarschüler klopfte bei mir an er möchte als Abschlussarbeit ein Relief bauen. Daraus ist die Gemeinde Dozwil entstanden. Oliver Michel wird es euch anschliessend vorstellen.

 

Auch habe ich noch viele Visionen und es geht immer mal ein Türlein auf. Hoffe natürlich, dass ich noch einige Jahre gesund bleibe und mein Hobby ausführen kann. Vielleicht kann ich einige Anwesende einmal in meinem Atelier begrüssen oder sie überraschen mich mit einem Auftrag nach ihren Wünschen. Mittlerweilen sind bereit 45 Unikate entstanden, das letzte Andermatt können sie hier besichtigen. Oliver wird jetzt noch sein Sujet zeigen. Ich habe auch noch ein Gästebuch aufgelegt wer Lust hat kann sich eintragen. Wenn noch Fragen offen sind werde ich die anschliessend beantworten.

 

Ich danke allen für ihre Anwesenheit und die Aufmerksamkeit.